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32. Fachtagung Musiktherapie Hören, Spüren und Bedenken - Mentalisieren in der Musiktherapie

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Kurs ist bereits vorbei und war ausgebucht
Kursnummer 2023HF100
Dozent Eberhard Glogau
erster Termin Samstag, 02.03.2024 13:00–19:00 Uhr
letzter Termin Sonntag, 03.03.2024 09:30–13:00 Uhr
Gebühr 120,00 EUR 97,00 EUR (ermäßigt)
Ort

Saal
Ismaninger Straße 29
81675 München

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Hören, Spüren und Bedenken – Mentalisieren in der Musiktherapie
Leitung: Eberhard Glogau


Der Begriff Mentalisieren hat sich im psychotherapeutischen Diskurs schulenübergreifend etabliert. Er verknüpft Wahrnehmen, Fühlen, Denken und Handeln entlang der Frage: wie gehe ich mit mir selbst, mit anderen und mit der Welt in Beziehung? Explizit und implizit wird der verborgene Sinn der eigenen Erfahrung erspürt, bedacht und entwickelt. Die Tagung will der Frage nachgehen, wie Mentalisierungsprozesse im musikalischen Kontext in unterschiedlichen Praxisfeldern ablaufen und mit Sprache verbunden werden können. Wo liegt ihr spezifisches Potenzial?

Themen und Referent:innen

Nicola Scheytt
Psychotherapeutin, Musiktherapeutin; tätig an der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie der Universität Ulm; niedergelassen als Psychologische Psychotherapeutin; Lehrmusiktherapeutin (DMtG), Lehrtherapeutin, Supervisorin; Mitherausgeberin der Musiktherapeutischen Umschau.

Prof. Dr. med. Ulrich Schultz-Venrath
Professor für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie an der Universität Witten-Herdecke, ehemaliger Chefarzt der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik im Evangelischen Krankenhaus Bergisch Gladbach, Psychoanalytiker, Gruppenlehranalytiker, Supervisor, Autor, Herausgeber der Reihe »Mentalisieren in Klinik und Praxis«.

»Wie und was tragen Klänge zum Verstehen und Abstimmen bei? Mentalisieren in der Musiktherapie«
Mentalisieren ermöglicht es, sowohl eigenes Erleben zu verstehen als auch psychische Prozesse Anderer zu erkennen und darauf zu reagieren. Diese Form der Resonanz erlaubt Affektabstimmung und Beziehungsregulation. Der Klang der Stimme spielt dabei eine wichtige Rolle. Welche Möglichkeiten liegen in der Musiktherapie, in der zudem noch Instrumente klingen? Das Mentalisierungskonzept wird in seinen Grundzügen dargestellt, wichtige Begriffe eingeführt, die therapeutische Haltung erläutert. Mit Fallvignetten aus Psychotherapie und Musiktherapie in der Psychosomatik wird mentalisierungsbasiertes Arbeiten aufgezeigt und diskutiert.

Prof. Dr. sc. mus. Gitta Strehlow
Hochschule für Musik und Theater Hamburg, Institut für Musiktherapie. Musiktherapeutin in der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie im AGAPLESION Bethesda Krankenhaus Hamburg-Bergedorf. Wissenschaftlicher Beirat DMtG. Veröffentlichungen zu den Themen Musiktherapie und Psychotraumatologie, Borderline-Persönlichkeitsstörung, Psychodynamik und Mentalisierung.

»Spielen – Hören – Spielen – Sprechen«
Mentalisieren ist eine imaginativ-fantasievolle Tätigkeit, die in der Musiktherapie auf unterschiedliche Weise gefördert werden kann. Der Vortag verbindet theoretische und klinische Aspekte. Zu Beginn wird die Verwendung des Mentalisierungskonzepts in der Musiktherapie durch nationale und internationale Beiträge aufgezeigt. Prämentalistische Modi, implizites und explizites Mentalisieren sowie Alliance Rupture und Repair Prozesse werden mit Hilfe von Fallvignetten aus der psychiatrischen Gruppenmusiktherapie vorgestellt. Abschließend werden Grenzen des Konzepts in Bezug auf die Musiktherapie diskutiert.

Ljiljana Winkler (MA)
Sopranistin, Musiktherapeutin, Dozentin für Gesang und für vokale Musiktherapie am Leopold-Mozart-Zentrum/Musiktherapie der Univ. Augsburg. Umfangreiche Bühnenerfahrung: Opern, Operetten, Liederabende, Konzerte, Kirchenmusik von Alter Musik über Klassik bis Jazz und zeitgenössische Musik im In- und Ausland, u.a. in New York.

Dr. phil. Alfred Walter
Psychoanalytiker für Kinder, Jugendliche und Erwachsene in eigener Praxis. Dozent und Supervisor, u.a. im Ausbildungsgang Musiktherapie am Leopold-Mozart-Zentrum der Univ. Augsburg und am Freien Musikzentrum. Langjährige Zusammenarbeit mit P.M.v.d. Nahmer und L. Winkler, u.a. als Librettist, internationale Vortragstätigkeit, zahlreiche Veröffentlichungen.

»Nichts hab' ich gesucht als Dich« – Transformation von Psychischem in Musik und Sprache
Anhand exemplarischer Passagen der im Oktober 2022 in Saarbrücken uraufgeführten Mono-Oper »Nichts hab' ich gesucht als Dich« – ein Zitat aus dem Briefwechsel zwischen Heloise und P. Abaelard – wird das Tagungsthema »Mentalisieren und Musik« musikalisch zu Gehör gebracht und reflektiert. Neben dem Erleben über das eigene Hören und dem gemeinsamen Nachspüren werden die verschiedenen Mentalisierungsschritte von der literarischen Quelle des Briefwechsels des berühmtesten Liebespaares des 12. Jahrhunderts zum Libretto und dessen musikalischer Umsetzung nachgezeichnet als eine Mentalisierung in actu.

Gudrun Bassarak
Musiktherapeutin (DMtG), Systemische Therapeutin (SG), Systemische Kinder- und Jugendlichentherapeutin (DGSF), "EBQ"-zertifiziert, GIM-Therapeutin (Fellow of AMI and EAMI), Heilpraktikerin für Psychotherapie, Beratende Fachkraft im Kinderschutz (nach § 8a SGB VIII), Autorin, Musikerin in Schwerin.

»Von Schokokanonen und Fischen in der Basstrommel – Mentalisieren in der Musiktherapie mit Kindern«
Im Vortrag wird anhand von Fallvignetten aus der Praxis der Frage nachgegangen, ob und wie sich Vorgehensweisen und theoretische Aspekte der MBT für Kinder mit Entwicklungsstörungen, Behinderungen sowie schweren psychischen Beeinträchtigungen in der musiktherapeutischen Praxis anwenden lassen. Wie können beispielsweise Kinder psychotherapeutisch unterstützt werden, die keine adäquate markierte Spiegelung durch ihre Eltern bzw. Bezugspersonen erfahren haben, deren Fähigkeiten zum Als-ob-Spiel nicht oder noch nicht entwickelt sind oder die sich sprachlich nicht äußern können? Wie stellen sich Zusammenhänge zwischen der Entwicklung der Mentalisierungsfähigkeit und der Empathiefähigkeit dar? Wie können Aspekte der MBT zur Unterstützung von Eltern und Bezugspersonen beitragen?

Dr. rer. medic. Bernd Reichert
Dipl.-Musiktherapeut, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut. Stellvertretender Leiter des Bereichs Psychosomatik der Allg. Pädiatrie am Universitätsklinikum Münster, arbeitet dort als Musiktherapeut und fallführender Psychotherapeut. Langjähriger Lehrbeauftragter im Masterstudiengang Klinische Musiktherapie Münster, Dozent an einem Ausbildungsinstitut für Psychotherapie.

»Spielen und Sprechen mit Jugendlichen«
In Musiktherapien mit Jugendlichen in der pädiatrischen Psychosomatik ist die gemeinsame Improvisation ein wichtiger Handlungsraum. Vor dem Hintergrund des Mentalisierungskonzeptes sollen die dabei aufkommenden Fragen des Sinn-Verstehens solcher musikalischen Gestaltungen beleuchtet werden. Mentalisieren als eigentlich sprachlich vermittelter Prozess muss im Rahmen musiktherapeutischen Handelns möglicherweise anders gedacht werden. Auf welcher Ebene gibt es Veränderungsprozesse und wie kann man sie wahrnehmen und verstehen? Worüber kann in welcher Art und Weise gesprochen werden, und worüber auch nicht? Wie verhält es sich mit Songwriting oder musiktherapeutischen Kompositionen? In Bezug auf somatoforme Störungen und körpersymptomatische dissoziative Erkrankungen werden die Chancen und Begrenzungen im- und expliziten Mentalisierens in einer musiktherapeutischen Behandlung untersucht.

Besondere Hinweise

  • Die Tagung ist mit 9 Fortbildungspunkten von der bay. Psychotherapeutenkammer akkreditiert. Die Tagung ist eine Präsenz-Veranstaltung. Für den Fall der Ausbuchung behält sich die Leitung vor, Interessent:innen auf der Warteliste die Möglichkeit einer beobachtenden Online-Teilnahme einzuräumen.
  • Anmeldeschluss 4.2.24

Eberhard Glogau Dozent

Dipl.-Musiktherapeut, Musiktherapeut DMtG, Psychotherapie nach HPG, Paar- und Familientherapeut DGFS. Tätig in Landshut in der Kinder-, Jugend- und...

Kurstermine

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# Datum Uhrzeit
1. Sa., 02.03.2024 13:00–19:00 Uhr
2. So., 03.03.2024 09:30–13:00 Uhr

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