Fortbildungen – Institut für Musiktherapie

Das Freie Musikzentrum fördert seit seiner Gründung die therapeutische Anwendung von Musik. Musiktherapie wird in Selbsterfahrungskursen, Fort- und Weiterbildungsseminaren, der jährlichen Musiktherapie-Tagung und der berufsbegleitenden Ausbildung von langjährig erfahrenen Musik­thera­peuten fachkundig und in persönlicher Atmosphäre vermittelt. Das Freie Musikzentrum ist mit seinem umfangreichen Seminarangebot und seinen hochqualifizierten Dozenten ein einzigartiges und international anerkanntes Institut musiktherapeutischer Weiterbildung.

Für die Interessierten aus musikalischen, pädagogischen und psychosozialen Berufsfeldern bieten wir praxisnahe Kurse zur Einführung und Selbsterfahrung an, die auch allen anderen Interessierten offen stehen. Daneben bieten wir zur fachlichen Qualifizierung für bereits berufstätige Musiktherapeut*innen berufsspezifische Seminare, eine dreiteilige Seminarreihe und berufsspezifische Zusatzqualifikationen an.

Zusätzlich beginnen wir im Herbstsemester 2021 mit einem Weiterbildungsangebot für approbierte Psychotherapeut*innen, die ihr Repertoire durch musiktherapeutische Interventionsmöglichkeiten erweitern wollen.

Fortbildungspunkte
Musiktherapeut*innen sowie approbierte Ärzt*innen und Psychotherapeut*innen beachten bitte die Hinweise auf Fortbildungspunkte der Bayerischen Psychotherapeutenkammer sowie der DMtG bei den einzelnen Seminaren.

Das Weiterbildungsangebot gliedert sich in:

>> Offene Seminare mit allgemeinen Einführungskursen für Interessierte
>> Berufsspezifische Fachseminare für Musiktherapeut*innen
>> Zusatzqualifikationen
>> International Courses
>> Weiterbildungen für approbierte Psychotherapeut*innen
>> Jährliche Musiktherapie-Tagung 2022
      30. Fachtagung »Psychotherapeutische Unterversorgung bei Intelligenzminderung oder fehlender Sprache – Musiktherapie als Lösung«
>> Berufsbegleitende Ausbildung Musiktherapie (BWM)

Musiktherapie – Seminare und Zusatzqualifikationen:
Silke Siebert: ssiebert@freies-musikzentrum.de

Musiktherapie – Berufsbegleitende Ausbildung BWM:
Monika Baumann: mbaumann@freies-musikzentrum.de
Dr. Andreas Wölfl: awoelfl@freies-musikzentrum.de

Vor Besuch eines Kurses ist eine Anmeldung erforderlich.
(es sei denn, es ist beim Kurs ausdrücklich anders vermerkt z.B. Drum Circle, Contact Jam)

Für Kursbuchungen folgen Sie bitte dem Button »Kurs buchen« im Menü links.
Gerne können Sie auch persönlich im Büro buchen oder verwenden Sie dieses
> Anmeldeformular, das Sie auch am Schluss des Programmheftes finden.
Tel.: 089 - 41 42 47 - 0
Fax: 089 - 41 42 47 - 60
E-Mail: info@freies-musikzentrum.de


Freies Musikzentrum e. V. München | Musiktherapie

Offene Seminare

Die »offenen Seminare« haben einen einführenden Charakter in unterschiedliche Bereiche musiktherapeutischer Arbeit. Sie richten sich an Interessierte (aus musikalischen, pädagogischen und psychosozialen Berufen), die sich Kenntnisse über Musiktherapie aneignen wollen.

Freies Musikzentrum e. V. München | Musiktherapie

Sing mit mir! Wochenende- oder Ferienkurs
Musikalische Begegnungen mit Menschen mit Demenz
Wenn der verbale Kontakt immer schwerer fällt und der geliebte Mensch über Sprache kaum mehr zu erreichen ist, kann ein Lied oder eine musiktherapeutische Intervention eine Brücke bilden, sodass Begegnung auf einer anderen Ebene möglich wird. Flora Kadar gibt Einblicke in ihre Tätigkeit als Musiktherapeutin – tätig an einem Senioren-Zentrum, an einer Geriatrischen Rehabilitationsklinik und auf einer Palliativ-Station mit Senior*innen und Menschen mit Alzheimer- oder Demenz-Erkrankung. Nach einer Einführung ins Praxisfeld Geriatrie wird anhand von Beispielen musiktherapeutisches Arbeiten sowie musikalisches Wirken mit dieser Klientel verdeutlicht bzw. gemeinsam erarbeitet und abschließend beübt.
14 Fortbildungspunkte von der DMtG genehmigt. Mindeste Teilnehmerzahl 6

F101 · Flora Kadar · Kursraum 7 · 190,– €
Wochenende · Sa. 18.9., 10.00–19.30 · So. 19.9., 09.30–13.00 Uhr

Musiktherapeutische Selbsterfahrung Wochenende- oder Ferienkurs
Dieses Seminar bietet Ihnen die Möglichkeit, in der Musiktherapie verwendete Instrumente, deren Klänge und Rhythmen auf spielerische Weise kennen zu lernen, selbst auszuprobieren und sich darin selbst zu begegnen. Wie ist mein eigener Klang? Wie klinge ich in und mit einer Gruppe?
Durch den spielerisch-improvisatorischen Umgang mit Instrumenten und Klängen können Sie Ihre Wahrnehmung und Ihren musikalischen Ausdruck vertiefen und dabei Formen aktiver und rezeptiver Musiktherapie kennen lernen. Auf der Basis der tiefenpsychologisch orientierten Psychotherapie wird das individuelle (musikalische) Erleben im gemeinsamen Gespräch reflektiert und weiterführende Entwicklungsmöglichkeiten ausgelotet. Neben dem Schwerpunkt auf eigene individuelle Erfahrungen beschäftigen wir uns auch mit der Vielfalt der klanglich-dialogischen Beziehungssymbolik.

Musikalische Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Bringen Sie gerne Ihre Spielfreude und bequeme Kleidung mit. Das Seminar wird im Falle einer Bewerbung zur Ausbildung Musiktherapie als Gruppenselbsterfahrung anerkannt.
Keine Therapie – für Personen mit seelischen oder schweren körperlichen Erkrankungen nicht geeignet. 17 Fortbildungspunkte von der DMtG genehmigt. Mindeste Teilnehmerzahl 6

F102 · Silke Siebert · Kursraum 7 · 235,– €
Block 3 Tage · Fr. 24.9., 18.00–21.00 · Sa. 25.9., 10.00–18.00
So. 26.9., 10.00–13.30 Uhr

Musiktherapie und Prävention Wochenende- oder Ferienkurs
Urte Reich stellt anhand der KlangBilderReise ihre musiktherapeutische Arbeit im Präventionsbereich vor. Hier geht die Entspannungsmethode Autogenes Training in Verbindung mit Klang. Elemente aus dem Achtsamkeitstraining, der Atemmeditation und anderen Techniken zur Verbesserung der Körperwahrnehmung werden ausprobiert und besprochen. Das Autogene Training wird methodisch erarbeitet, und es werden mehrere KlangBilderReisen mit verschiedenen Instrumenten durchgeführt. Die Teilnehmer*innen erwartet ein Wochenende voller Klänge, angeleiteter Entspannung und Körperarbeit. Dieser Kurs eignet sich als Selbsterfahrung, zum Lernen des Entspannungsverfahrens und als methodischer Zusatz zur eigenen Arbeit.
Eigenes Kissen, Decke, Yogamatte, wenn möglich mitbringen.
Fortbildungspunkte werden bei der bayerischen Psychotherapeutenkammer beantragt. Mindeste Teilnehmerzahl 6

21HF103 · Urte Reich · Kursraum 7 · 255,– €
Block 3 Tage · Fr. 19.11., 18.00–21.00 · Sa. 20.11., 10.00–18.00 · So. 21.11., 10.00–13.00 Uhr

> zum Seitenanfang

Berufsspezifische Fachseminare

Freies Musikzentrum e. V. München | Musiktherapie

Für Musiktherapeut*innen mit anerkannter Ausbildung
Wochenendkurse sowie eine dreiteilige Seminarreihe geben MusiktherapeutInnen Gelegenheit, sich fachspezifisch fortzubilden und vertieft in ein Themenfeld einzusteigen. Die dreiteilige Seminarreihe 2022 greift das Thema »mentalisierungsbasiertes Vorgehen in der Musiktherapie« auf. Dazu werden spezifische Ansätze, Kontexte und Methoden von unterschiedlichen DozentInnen vorgestellt. Die Anmeldung der Seminarreihe erfordert die Teilnahme an allen drei Blöcken. Einzelne Wochenenden der Reihe können nicht gebucht werden. Der didaktische Aufbau der berufsspezifischen Seminare umfasst die fundierte Vermittlung von Praxis und Theorie des jeweiligen Themas, die Vertiefung methodischer Fragestellungen in Selbsterfahrung und fachlichem Diskurs sowie den Transfer in die Praxisgebiete der Teilnehmer*innen.

Freies Musikzentrum e. V. München | Konzerte

Humor in der Musiktherapie Wochenende- oder Ferienkurs
Die Bewältigung vieler kritischer Lebenssituationen, der Aufbau von Resilienz und viele kommunikative Prozesse speisen sich nicht zuletzt aus Humor, Freude und Spaß. Immer mehr klinische Studien belegen die salutogenen Wirkungen von Humor: beispielsweise bei Schmerztoleranz, Angstlösung, der Stärkung des Immunsystems und bei der Minderung von Stress. Mittlerweile finden »Humortrainings« in der medizinischen Ausbildung statt – Klinik-Clowns sind aus den meisten medizinischen Zentren nicht mehr wegzudenken.
Gerade unser Medium Musik beinhaltet ungeheuer viele freud- und spaßvolle Elemente. Wie können wir sie berücksichtigen, wie finden sie Eingang in unsere musiktherapeutische Arbeit? Wir wollen dies sowohl theoretisch als auch praktisch für bestimmte Arbeitsbereiche näher beleuchten und die kreativen Möglichkeiten humorvoller Ansätze in der Therapie ausloten. Hierbei soll auch auf die Vielschichtigkeit und die unterschiedlichen Facetten dieses Themas eingegangen werden.
Ich hoffe auf viel Freude beim gemeinsamen Entdecken und Kennenlernen unseres musiktherapeutischen Humor-Potentials!
18 Fortbildungspunkte sind von der bay. Psychotherapeutenkammer genehmigt. Mindeste Teilnehmerzahl 6

21FF205 · Gerhard Kappelhoff · Kursraum 7 · 270,– €
Block 3 Tage · Fr. 23.7., 18.00–21.00 · Sa. 24.7., 10.00–18.00 · So. 25.7., 10.00–13.00 Uhr

Freies Musikzentrum e. V. München | Musiktherapie

Gesprächsführung für Musiktherapeuten unter
besonderer Berücksichtigung des Gruppensettings Wochenende- oder Ferienkurs
Dieses Seminar möchte die Besonderheiten der Gesprächsführung, mit welchen sich Musiktherapeuten gerade im Gruppen-Setting konfrontiert sehen, behandeln. Die folgenden Inhalte bilden hierbei den Schwerpunkt:
Allgemeine Einführung in grundlegende Theorien zur Gesprächsführung sowie Vermittlung von konkreten Gesprächstechniken und Grundprinzipien psychotherapeutischer Gesprächsführung unter Einbeziehung spezifischer musiktherapeutischer Situationen, wie z. B. Einleitung musiktherapeutischer Angebote, Aufarbeitung musiktherapeutischer Erfahrungen sowie Integration und Übertragung des musiktherapeutischen Geschehen in den gesamttherapeutischen Prozess.
Weiter wird Grundlegendes zur Gruppentherapie, wie allgemeine Ziele in der Gruppentherapie – Das Johari Fenster, Gruppenphasen, Therapeuten-/Patienten-Variable, Vergleich der Gruppenmethoden unterschiedlicher psychotherapeutischer Verfahren vermittelt sowie die konkrete Anwendung und Umsetzung der Theorien im musiktherapeutischen Gruppen-Setting erarbeitet. Verbale Interventionen können in Form von Rollenspielen dargestellt, diskutiert und bearbeitet werden. Fall-Vignetten der Teilnehmenden sind hierfür willkommen und erwünscht. 16 Fortbildungspunkte von der bayerischen Psychotherapeutenkammer genehmigt.
Mindeste Teilnehmerzahl 6

F202 · Hanns-Günter Wolf · Kursraum 7 · 190,– €
Wochenende · Sa. 2.10., 10.00–19.00 · So. 3.10., 10.00–14.30 Uhr

Alles Neuro – oder was? Wochenende- oder Ferienkurs
Sie hat die Wissenschaft erobert, die neurobiologische Forschung, darunter auch die Musik-Disziplinen. Über bildgebende Verfahren erfahren wir, auf welchen Ebenen die »Good vibrations« der Musik wirken und insbesondere unsere Gefühle beeinflussen. In diesem Workshop wird eine Verbindung zwischen den Forschungen von Stefan Koelsch zur musiktherapeutischen Arbeit hergestellt: die vier Affektsysteme, wie z. B. das »Mutzentrum« werden vorgestellt und im interaktiven Wechsel von Vortrag und Gespräch auf die Möglichkeit der Einbettung und konkreten Anwendung in die Musiktherapie bearbeitet. Ebenso werden digitale Möglichkeiten musiktherapeutischer Arbeit genutzt, z. B. Improvisationen mit der Stimme, Einzelimprovisationen sowie das gemeinsame Hören von ausgewählten Musikstücken.
Die Teilnehmenden sollten, wenn möglich ein (kleines) Instrument (Klangschale, Sansula, Gitarre) bereithalten. Zudem bekommen Sie eine Woche vor Seminarbeginn eine Mail mit der Einladung, zu bestimmten Themen eigene Musikfavoriten (Stücke) bereitzuhalten.
Anmeldung über Zoom ist ca. 15 Minuten vor Kursbeginn.
7 Fortbildungspunkte von der DMtG genehmigt. Mindeste Teilnehmerzahl 4

F203 · Angelika Stieß-Westermann · online · 150,– €
Ein Tag · Sa. · 13.11. · 10.00 bis 17.00 Uhr

Rock/Pop Bandworkshop Wochenende- oder Ferienkurs
Musiktherapeutische Methoden + Praxistipps zur Anleitung von Bandprojekten
Dieser Workshop ist für Fachkolleginnen, die Bandprojekte in ihrer musiktherapeutischen Arbeit anbieten wollen und über keinerlei Vorerfahrung verfügen. Neben der Einführung an E-Gitarre, E-Bass, Keyboard, Schlagzeug und Gesang bietet der Workshop praktische Erfahrung im Zusammenspiel und im Anleiten von Projektbands. Dazu kommen wichtige Tipps zu den Themenfeldern: Welche Songs sind geeignet? Wie komme ich an die »Noten«? Welche technische Ausrüstung ist notwendig und was kostet sie? Wie kann ich mit einfachen Mitteln eine Tonaufnahme erstellen?
14 Fortbildungspunkte von der DMtG genehmigt. Mindeste Teilnehmerzahl 5

F204 · Michael Metzger · Percussionraum · 230,– €
Wochenende · Sa. 19.2., 10.00–19.00 · So. 20.2., 10.00–13.30 Uhr

Schulung spezieller musikalischer Kompetenzen für Musiktherapeut*innen
Diese Fortbildung, über zwei Wochenenden, ist an Musiktherapeut*innen gerichtet, die ihre Fähigkeiten zu improvisieren, zum Improvisieren einzuladen und improvisierenden Patient*innen und Patienten zu begegnen, vertiefen und ihre musikalischen Handlungs- und Beziehungskompetenzen erweitern möchten. Gleichzeitig wird in den Seminaren eine spezifische didaktische Methode zur Improvisation vermittelt. Diese ist eine modifizierte Weiterentwicklung der musiktherapeutischen Schulung von Prof. Alfred Schmölz, der die reformmusikpädagogischen Ansätze, vor allem von Heinrich Jacoby, um die psychodynamische Dimension erweiterte.

  • Teil 1: Intuition und Struktur
    Im Seminar 1 wird der Prozess zunächst auf eine Intuitionsschulung fokussiert, die Einzeltonspiele, Solo-, Dialog- und Gruppenimprovisationen, verschiedene Formen improvisatorischen Gestaltens sowie das Spüren auf deren Wirkungen umfasst. Die Arbeit mit musikalischen Strukturen beginnt am Klavier (besondere Kenntnisse sind hierbei nicht erforderlich), an dem sich deren Komplexität (Zentraltönigkeit/Bordun, Basslinien, Akkorde/Kadenzen, Melodien, Atmosphären) übersichtlich darstellen und verstehen lässt. Dies wird ergänzt durch verschiedene andere, auch persönliche Instrumente der Teilnehmenden. Dabei werden Möglichkeiten der musikalischen Beziehungsaufnahme und -gestaltung, die spontane professionelle Begleitung von Patientenspiel und die Umsetzung psychotherapeutischer Techniken wie Containing, Spiegeln, Provozieren usw. in Form von Rollenspielen erprobt und besprochen.
    Durch Übungen mit einfachen kadenzialen Strukturierungen wird zunehmende Sicherheit beim Spiel in verschiedenen musikalischen Formen angestrebt. Gleichzeitig werden Begleitmöglichkeiten besser erkannt, was sich auch auf die Möglichkeiten spontaner Begleitung von Improvisationen und Liedern auswirkt.

  • Teil 2: Individuelle Kompetenzanalyse und -entwicklung
    In der Zeit zwischen den Wochenenden sollen die vermittelten Spielformen und strukturellen Vorgaben ausprobiert und geübt werden. Dabei werden persönliche Vorlieben und Fähigkeiten, aber auch Defizite erkennbar. Es können sich lokale Peergroups bilden, oder es wird mit leicht erreichbaren Spielpartner*innen experimentiert. Diese Erfahrungen werden im zweiten Seminar weiter erprobt, entwickelt, vertieft und durch komplexere musikalische Strukturen ergänzt. Ziel ist eine individuelle Kompetenzanalyse und ein entsprechender Entwicklungsplan. Fragen, die durch persönliche Erfahrungen und Anwendungen in verschiedenen klinischen Bereichen aufgetaucht sind, werden erörtert und, ggf. auch musikalisch, reflektiert.

34 Fortbildungspunkte sind von der bay. Psychotherapeutenkammer genehmigt.
Buchung nur als Paket möglich.
Mindeste Teilnehmerzahl 6

21FF206 · Tonius Timmermann · Kursraum 7 · 450,– €
1. Modul: Fr bis So · 9.-11.7..2021
2. Modul: Fr bis So · 3.-5.12.2021
je Fr. 18.00–21.00 · Sa. 10.00–18.00 Uhr · So. 10.00–13.00 Uhr

> zum Seitenanfang

Zusatzqualifikationen

Für Musiktherapeut*innen mit anerkannter Ausbildung
Zusatzqualifikationen, die aufbauend auf dem Grundberuf in kompakter Form eine theoretische und methodische Weiterbildung zu einzelnen Berufsfeldern und aktueller Theoriebildung anbieten, sind für das Berufsleben in unserer Gesellschaft von großer Bedeutung. Sie vermitteln den Teilnehmenden fundierte Spezialkenntnisse über ein Fachgebiet und verhelfen sich neue Tätigkeitsfelder zu erschließen und aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse in das berufliche Handeln zu integrieren. Die jeweiligen Curricula erhalten Sie auf Anfrage durch das Büro. Die Seminare werden mit einem Zertifikat abgeschlossen. Voraussetzung für die Teilnahme an den Zusatzqualifikationen ist der Abschluss einer anerkannten Ausbildung (DMtG). Im Zuge der Anmeldung bitten wir Sie um entsprechende Nachweise.

Im Sommer 2021 finden Sie die Zusatzqualifikation »TrommelPower – Gewaltprävention, soziale Integration und Persönlichkeitsförderung mit Musik« in einem neuen Format mit einem Basis- und einem Aufbauseminar. Aufgrund internationalen Interesses bieten wir ebenfalls einen englischsprachigen Kurs gleichen Inhalts in der Rubrik International courses an. Beide Kurse sind explizit für MusiktherapeutInnen und LehrerInnen konzipiert.
Im Herbst 2021 beginnt die Zusatzqualifikation »Bodysongs und KörperMusik in Musik- und Psychotherapie«, die als Zielgruppe neben Musiktherapeut*innen auch Psychotherapeut*innen und Kreativtherapeut*innen hat. Im neuen Jahr starten wir mit der mehrteiligen Weiterbildung »Das EBQ-Instrument und seine entwicklungspsychologischen Grundlagen« und schon im Mai geht es mit unserer großen »Musik-Traumatherapie« weiter.

Freies Musikzentrum e. V. München | Musiktherapie

TrommelPower
Gewaltprävention, soziale Integration und Persönlichkeitsförderung mit Musik
In dieser Weiterbildung wird ein Modell für Projekte mit Kindern und Jugendlichen zur Gewaltprävention, Förderung der sozialen Integration und des Selbstwertgefühls durch musikalische und szenische Improvisation vorgestellt. Das Projektmodell TrommelPower wurde seit 2009 in mehreren Studien evaluiert und entsprechend der wissenschaftlichen Resultate überarbeitet und differenziert. Es kann im schulischen wie im außerschulischen Rahmen angewandt werden, ebenso in modifizierter Form im klinischen Bereich. Die einzelnen Elemente des Konzepts werden theoretisch erläutert und in Übungen praxisnah vermittelt. Insbesondere musikalische und musiktherapeutische Techniken zur Förderung des Selbstwertgefühls, der Empathiefähigkeit, der sozialen Integration und der konstruktiven Konfliktlösungsfähigkeit bilden einen Schwerpunkt im Konzeptaufbau. Darauf aufbauend wird den Kindern und Jugendlichen im Projekt Raum gegeben, sich auf kreative Weise sowohl mit Musik und Improvisation als auch mit den Themen Aggression, Gewalt und Streit auseinanderzusetzen, eigene Vorstellungen der Bewältigung zu entwickeln und diese in einer Performance darzustellen.
In den Seminaren werden unter Einbeziehung themenbezogener Selbsterfahrung Aspekte der Projektleitung, des Repräsentierens konstruktiver und sozial bezogener Konfliktlösungsmodelle in der Trainerhaltung und des Umgangs mit fehlender Motivation und Widerstand vermittelt, sowie Konzepte der nachhaltigen Wirksamkeit und der Implementierung solcher Elemente in den Alltag der Kinder.

TrommelPower – Basisseminar
Das Basisseminar vermittelt Grundlagen der Gewaltprävention mit Musik und der Projektmethode TrommelPower. Entlang des Projektaufbaus und der Verlaufsstruktur werden die zentrale methodische Vorgehensweisen Trommelimprovisation, Klangwahrnehmung Stimmarbeit und musiktherapeutisches Rollenspiel vorgestellt und in Übungen exemplarisch vermittelt. Wichtige Aspekte für die Einbindung der Projektarbeit in den Kontext der Schule und für den Transfer der Projektergebnisse werden erörtert.
Das Basisseminar ist für Interessenten aus dem musiktherapeutischen und pädagogischen Bereich. 46 Fortbildungspunkte sind von der bayerischen Psychotherapeutenkammer genehmigt. Mindeste Teilnehmerzahl 12

21FF301 · Andreas Wölfl, Henrike Roisch · Saal · 450,– €
Mi bis So · 4.8. bis 8.8. ·
Mi · 18.30–21.00 · Do–Sa · je 9.00–18.00 · So · 9.00–14.00

TrommelPower – Aufbauseminar (Trainerqualifikation)
Die Trainerqualifikation TrommelPower qualifiziert zur selbstständigen Planung und Durchführung der Projektmethode. Aufbauend auf das Basisseminar werden in dem Aufbauseminar methodische Vorgehensweisen für die Vorbereitung, Durchführung und den Transfer der Projektergebnisse vermittelt. Die Zusatzqualifikation ist im Sinne eines lernenden Systems konzipiert und erfordert von den Teilnehmer*innen die aktive Teilnahme am Lernprozess, die Umsetzung der Projektmethode in der Praxis sowie das selbstständige Erarbeiten, Präsentieren sowie die schriftliche Ausarbeitung einzelner Vertiefungsthemen in Kleingruppen (als Abschlussarbeit). Dieser methodische Zugang vermittelt eine ähnliche Vorgehensweise, wie sie idealer Weise auch in den Projekten angewandt wird und von der nach aktuellem Forschungsstand der größtmögliche Lernerfolg zu erwarten ist.
Die Zusatzqualifikation baut auf dem Basisseminar auf und ist explizit für Musiktherapeut*innen und Lehrer*innen konzipiert.
Fortbildungspunkte sind bei der bayerischen Psychotherapeutenkammer beantragt. Mindeste Teilnehmerzahl 10

21HF301 · Andreas Wölfl, Henrike Roisch · Saal · 550,– €
1. Modul: Sa, den 6.11.und So., den 7.11.2021
2. Modul: Sa, den 22.1.und So., den 23.1.2022
je Sa. 9-18 Uhr · je So. 9-16 Uhr

Bodysongs und Körper-Musik in Musik- und Psychotherapie NEU
Die Zusatzqualifikation »Bodysongs in Musik- und Psychotherapie« ist ein praxisorientiertes Methodenseminar. Es ermöglicht den Teilnehmenden Schritt für Schritt, sich mit Bodysongs und Bodypercussion als eine Form der KörperMusik vertraut zu machen und sie im Gruppen- oder Einzelsetting im Kontext eines therapeutischen oder (heil)pädagogischen Prozesses anzuwenden.
Bodysongs sind Lieder in Bewegung. Der Körper macht die Beats und ist das rhythmische Begleitorchester. Die Kombination von Singen und bilateraler Selbststimulation generiert eine gesundheitsfördernde Biochemie und ist in vielen Kulturen wiederzufinden. In Gemeinschaft unterstützen Bodysongs Verbundenheit und Synchronizität. Im Verlauf eines therapeutischen Prozesses ermöglichen sie die körperliche Verankerung gewünschten Erlebens (Embodiment) und können nachhaltig in den Alltag transferiert werden. Die therapeutische Arbeit mit Bodysongs entspricht dem neuesten Stand klinischer Forschung und Praxis, die in zunehmendem Maße strukturierte Werkzeuge und Module als Selbstregulation und Selbststärkung integriert. Bodysongs sind hierzu ein musiktherapeutisches Pendant.
Das Training wird erweitert durch theoretische Kontextualisierungen zu relevanten Grundlagen aus Neurowissenschaft, Psychotherapie, Gesundheitswissenschaft, Biopsychoneuroimmunologie uvm. Ziel ist es, den methodischen Spielraum als TherapeutIn zu erweitern und die neuen Spielformen mit der eigenen Expertise zu verbinden.
Das Training besteht aus zwei fünftägigen Modulen und einem Integrations- und Transferwochenende. Eine Zertifizierung wird erreicht durch die Vorstellung eines Bodysongs und dessen Dokumentation.

87 Fortbildungspunkte sind von der bayerischen Psychotherapeutenkammer genehmigt. Mindeste Teilnehmerzahl 9

21HFF305 · Martina Baumann, Uwe Loda · Saal · 1260,– €
1. Modul: Fr bis Di. · 29.10.- 2.11.2021
2. Modul: Fr bis Di. · 25.2. - 1.3.2022
3. Modul: Fr bis So. · 8. - 10.4.2022
je 1. Tag 17-20 Uhr , 2.-4. Tag 10-18 Uhr , 5. Tag 10-13 Uhr

Das EBQ-Instrument und seine entwicklungspsychologischen Grundlagen
Die Fähigkeit, zwischenmenschliche Beziehung herzustellen und zu gestalten, zeigt sich in der Musiktherapie im instrumentalen, stimmlich-vorsprachlichen und im körperlich-emotionalen Ausdruck. Das durch eine Reliabilitätsanalyse überprüfte EBQ-Instrument ist ein Einschätzungsinstrument für die musiktherapeutische Praxis. Es dient der Einschätzung der zwischenmenschlichen Beziehungsqualität (Diagnostik), der Verbesserung musiktherapeutischer Vorgehensweise (Methodik, Interventionstechnik) sowie dem Wirkungsnachweis der Musiktherapie (Evaluierung, Forschung) und umfasst vier Skalen. Diese Weiterbildung hat die Kenntnis sowie die qualifizierte Anwendung dieses Einschätzungsinstrumentes zum Ziel. Zu jeder Skala werden die entwicklungspsychologischen Grundlagen vermittelt und wird die praxisbezogene Anwendung geübt.
Mindeste Teilnehmerzahl 12
Anmeldeschluss Januar 2022. Fortbildungspunkte beantragt.

21HF303 · Claudine Calvet, Karin Schumacher, Silke Reimer · Kursr. 7 · 1590,– €
1. Modul: Fr bis So · 11.-13.2.2022
2. Modul: Fr bis So · 18.- 20.3.2022
3. Modul: Fr bis So ·20.- 22.5.2022
4. Modul: Fr bis So ·17.-19.6.2022
5. Modul: Fr bis So · 5.- 7.8.2022
je Fr 18-21 Uhr · Sa 10-19 Uhr · So 10-13 Uhr

Musik-Traumatherapie
Die Arbeit mit traumatisierten Menschen gewann in den letzten Jahren innerhalb der Psychotherapie zunehmend an Bedeutung. Die Traumatherapie im engeren Sinne hat dabei zum Ziel, unerträgliche, lebensbedrohende Ereignisse – die zu einer Fragmentierung der Gedächtnisinhalte geführt haben und nur ungenügend verarbeitet werden konnten – im Nachhinein zu integrieren und so zu einem Bestandteil des persönlichen Narrativs zu machen. Neue neurologische und neurobiologische Erkenntnisse haben gezeigt, dass hierfür psychodynamische wie auch lerntheoretische Behandlungsmodelle nicht ausreichen und andere methodische Vorgehensweisen notwendig sind.
In den letzten Jahren finden zur Behandlung von Patienten mit Traumafolgestörungen auch im musiktherapeutischen Methodenkatalog entsprechende Modifikationen und Erweiterungen statt. Hierzu gibt es vermehrt Veröffentlichungen und Forschungsprojekte, die ein spezifisches musiktherapeutisches Vorgehen klinisch und theoretisch begründen. Dadurch verbessert sich zunehmend die Bedeutung der Musiktherapie im Kanon traumatherapeutischer Methoden.
Die Zusatzqualifikation Musik-Traumatherapie beinhaltet

  • 1. eine fundierte Einführung in den aktuellen Stand der Traumatologie
  • 2. einen Überblick über die Modifikationen der musiktherapeutischen Methodik bezogen auf diese Erkenntnisse, wobei die besonderen Möglichkeiten aber auch die Risiken des Mediums Musik im Fokus des Unterrichts stehen.
  • 3. eine Auseinandersetzung mit der Bedeutung des traumatherapeutischen Modells im Kanon verschiedener psychotherapeutischer Behandlungsansätze sowie Umsetzungsmöglichkeiten in verschiedenen musiktherapeutischen Praxisfeldern.
    Ein ausführliches Curriculum erhalten Sie auf Anfrage im Büro.

Dozenten: Hanns-Günter Wolf, Dr. Andreas Wölfl
Gastdozenten: Jürgen Keller, Anka Krug, Dörte Pommerin, Dr. Gitta Strehlow, Dr. Edith Wiesmüller, Ingrid Wild-Lüffe
Fortbildungspunkte von der Psychotherapeutenkammer beantragt.
Mindeste Teilnehmerzahl 11

22FF300 · Hanns-Günter Wolf, Dr. Andreas Wölfl u. a.
Kursraum 7 · 1995,– €
1. Modul: Fr bis So · 27.-29.5.2022
2. Modul: Fr bis So · 1.-3.7.2022
3. Modul: Fr bis So · 9.-11.9.2022
4. Modul: Fr bis So · 11.-13.11.2022
5. Modul: Fr bis So · 20.-22.01.2023
6. Modul: Fr bis So · 24.-26.03.2023
7. Modul: Fr bis So · 23.-7.05 2023
je Fr 17.30-20.30 Uhr · Sa 9-18.30 Uhr · So 9-14 Uhr

> zum Seitenanfang

Weiterbildungen für Psychotherapeut*innen
Seminarreihe für approbierte Psychotherapeut*innen

Freies Musikzentrum e. V. München

Musiktherapeutische Elemente im psychotherapeutischen Behandlungsprozess NEU Wochenende- oder Ferienkurs
Musik nimmt in der Lebenswelt vieler Patienten einen wichtigen Stellenwert ein. Deshalb können Musik und musiktherapeutische Interventionen in der Psychotherapie wirksame nonverbale Zugänge zu den Erlebniswelten der Patienten eröffnen und die Möglichkeiten des musikalischen Erlebens und Ausdrucks nutzen, um Heilungsprozesse zu aktivieren.
Diese Seminarreihe vermittelt einfache musiktherapeutische Interventionstechniken, die sich zur selektiven Anwendung im psychotherapeutischen Behandlungsprozess besonders eignen. So werden Elemente zur Affektregulation, zur Herstellung einer Atmosphäre der Geborgenheit, zur Erlebnisaktivierung oder zum Ausdruck und zur Bearbeitung von Konflikten vorgestellt.
In 6 Einzelseminaren werden theoretische und methodische Grundlagen zu spezifischen Themenschwerpunkten vermittelt. Die Seminare 2-6 werden jeweils von zwei DozentInnen geleitet.
Ab dem zweiten Seminar werden Erfahrungen aus den Therapiesitzungen der TeilnehmerInnen in den Seminaren reflektiert.
Seminarleitung: Dr. Andreas Wölfl, Gabriele Engert-Timmermann, Dorit Paul, Silke Siebert, Prof. Dr. Tonius Timmermann und Hanns-Günter Wolf

Die Seminare können als Einzelseminare oder – vergünstigt – als Seminarreihe gebucht werden. Die Buchungen werden in der Reihenfolge ihres Eintreffens berücksichtigt, wobei Buchungen für die gesamte Seminarreihe Vorrang erhalten.
Gebühren: Seminarreihe 1.620
,– € (vergünstigt), Einzelseminare je 295,– €

1. Seminar: 11.+12.9.
Einführung in die Musiktherapie: Eine Übersicht über musiktherapeutische Behandlungsansätze in der Psychotherapie
Auf der Basis eines entwicklungspsychologisch fundierten integrativen Psychotherapieverständnisses werden Wirkungsweisen der Musik und spezifische musiktherapeutische Interventionsformen vorgestellt. In diesem Grundlagenseminar werden sowohl Vorgehensweisen zur Bearbeitung von Konflikten und strukturellen Defiziten als auch zur Ressourcenaktivierung und übungszentrierter Problembewältigung aufgezeigt und an Beispielen erörtert.

2. Seminar: 27.+28.11.
Musikanamnese: Diagnostische und therapeutische Aspekte des Musik Hörens
Musik ist heute im Alltag der Menschen allgegenwärtig. Ob als Hintergrundmusik im Kaufhäusern, beim Autofahren oder bei der Arbeit, als Medium in Film und Fernsehen oder als persönlich ausgesuchtes Musikerlebnis in der Freizeit. Viele Menschen setzen Musik ein, um ihre Gefühle zu regulieren, um in Stimmung oder zur Ruhe zu kommen. Welche Musik hören sie und welche Effekte erreichen sie damit? Musikpsychologische Studien belegen ein sehr individuelles Hörverhalten von Musikkonsumenten, das sowohl eine Verstärkung positiver wie negativer Gefühle als auch die Bewältigung bedrückender oder destruktiver Stimmungen und Affekte bewirken kann.
Eine nahezu ständige Verfügbarkeit und Präsenz von Musik erhöht im Alltag das hohe psychologische Wirkungspotential von Musik, das sowohl konstruktive als auch destruktive Prozesse verstärken kann. Durch das Einbeziehen der Alltagsmusik des Patienten in den psychotherapeutischen Behandlungsprozess können Hörmuster und ihre psychologische Wirkung erkannt und im therapeutischen Prozess berücksichtigt werden.
Im Seminar werden - ausgehend von den Hörgewohnheiten der Teilnehmer*innen - Schritte der Musikanamnese und der Analyse des individuellen Hörverhaltens vorgestellt. Weiter werden klinische Beispiele von behandlungshemmendem und behandlungsförderndem Musikkonsum von Patienten und Patientengruppen vorgestellt und mögliche Interventionen (Musikanamnese, Analyse von Hörverhalten, diagnostische Zusammenhänge, psychodynamische und übungszentrierte Vorgehensweisen) im Behandlungsprozess aufgezeigt.

3. Seminar: 26.+27.2.22
Improvisation: Musikalisch nonverbaler Ausdruck und improvisiertes Zusammenspiel: Zielsetzungen im psychotherapeutischen Behandlungsprozess
Durch den Wechsel auf die nonverbale Ebene im Behandlungsprozess werden unbewusste und intuitive Potentiale (und Defizite) der Wahrnehmung, des Ausdrucks, des Kontakt- und Kommunikationsverhaltens aktiviert und der psychotherapeutischen Bearbeitung zugänglich. In diesem Seminar werden einfache Formen der Improvisation auf einzelnen leicht spielbaren Instrumenten zur Erweiterung und Vertiefung der Wahrnehmung, des Ausdrucks und der intuitiven Kommunikation vorgestellt, die sich zum Einsatz im psychotherapeutischen Behandlungsprozess eignen. Die Einführung in Elemente der musiktherapeutischen Improvisation zeigt psychotherapeutische Wirkungspotentiale auf und macht sie im Handeln erfahrbar. Neben den therapeutischen Möglichkeiten werden auch potentielle Risiken wie Überforderung oder emotionale Entgrenzung erörtert und eine verantwortliche und kontrollierte Anwendung einzelner Interventionen im Rahmen des psychotherapeutischen Behandlungsprozesses vermittelt.

4. Seminar: 30.4.+1.5.22
Symbolisch-musikalische Rekonstruktion von Dynamiken: Rekonstruktion von Beziehungsmustern, Familienkonstellationen und inneren Dynamiken in der Improvisation
In diesem Seminar werden die Möglichkeiten der musiktherapeutischen Aufstellungsarbeit von Systemen im Rahmen des psychotherapeutischen Prozesses vorgestellt. Durch die Verbindung der Rekonstruktion von Systemen mit der Symbolik von Instrumenten und der Möglichkeit der musiktherapeutischen Improvisation werden besondere kreative Bearbeitungs-, Vertiefungs- und Lösungspotentiale aktiviert. Es werden musiktherapeutische Arbeitsweisen mit Systemen wie der Familienklangskulptur oder dem inneren Orchester vorgestellt und Möglichkeiten aufgezeigt, sich in der musikalisch-nonverbalen Rekonstruktion mit konstruktiven und hemmenden oder auch destruktiven Aspekten von äußeren und inneren Systemen auseinanderzusetzen. Die Aufstellung mit Instrumenten eröffnet in der Einzelpsychotherapie effektive Möglichkeiten, das Gesamtsystem abzubilden und einzelne Aspekte dynamisch zu vertiefen.

5. Seminar: 9.+10.7.22
Rezeptive Musiktherapie – Körper- und Atemwahrnehmung in Kombination mit Klang- und Musikerleben
Rezeptive Musiktherapie beinhaltet die Kombination von Elementen aus Körper- und Atemtherapie mit Musikhören und Klangerleben als wirkungsvolle psychotherapeutische Vorgehensweisen. Entspannung mit Musik, musikgeleitete Fantasiereisen und Imaginationsübungen eröffnen ein breites Wirkungspotential zwischen den Eckpunkten der körperlichen und emotionalen Resonanz, der freien Assoziation und der thematisch geleiteten Vertiefung und Neuerfahrung. Körperbewusstsein und Achtsamkeit für den Atem verbinden das Unbewusste mit dem Bewussten und intensivieren die akustische Wahrnehmung.
So kann auch ein Zugang zu grundlegenden, intrauterinen und präverbalen Entwicklungsphasen des Menschen ermöglicht werden. Die frühen Erfahrungen sind gleichzeitig körperlicher und akustischer Natur: ein Zusammenwirken und Zusammenschwingen von Körper- und Klang-Erfahrung, von haptisch-taktilen und akustischen Reizen, von Tastsinn und Gehörsinn. Um Neuerfahrungen im therapeutischen Sinne zu ermöglichen, gilt es, entsprechende innere Prozesse zu dynamisieren und zu bearbeiten.
Im Seminar werden elementare rezeptive Vorgehensweisen vorgestellt, die sich für eine fokussierte und selektive Anwendung im Rahmen der psychotherapeutischen Behandlung eignen. In dem durch Wahrnehmung von Körper und Atem sensibilisierten Zustand werden für die Teilnehmenden Klänge und Musik, vor allem live, gespielt (z.B. Monochord, Gong, Klangschale, Rhythmusinstrumente) und die Erlebnisse besprochen. Es wird ferner reflektiert, wo solche rezeptiven Vorgehensweisen im Behandlungsverlauf indiziert oder kontraindiziert sind und wie sie gegebenenfalls auch diagnosespezifisch eingesetzt werden können.

6. Seminar: 8.+9.10.22
Stimmarbeit und Singen: Möglichkeiten des stimmlichen Ausdrucks zur Aktivierung Herstellung emotionaler Tiefe, zur Erfassung emotionaler Hintergründe und zur Veränderung des persönlichen Ausdrucks im Behandlungsprozess
Der Klang unsere Stimme ist ein sehr direkter Ausdruck unserer Persönlichkeit und unserer aktuellen Gestimmtheit. Er zeigt unserem Gegenüber in gleicher Weise Selbstsicherheit, Freude und Frohsinn wie Präsenz und Einfühlungsvermögen im Kontakt oder Unsicherheit, Angst und Trauer. In der Psychotherapie kommen sehr oft Bedrückung, Niedergeschlagenheit, Angst und Unsicherheit im Klang der Stimme zum Ausdruck. Das Singen von Liedern und das Experimentieren mit der Stimme in Stimmübungen eröffnen im Kontakt mit den Patienten einfache Möglichkeiten, Vertrauen zu entwickeln, den Klang der eigenen Stimme wahrzunehmen und die individuelle Ausdrucksfähigkeit zu erweitern. Besonders in der Arbeit mit Kindern kann beim Singen ein positive Atmosphäre in der therapeutischen Situation entstehen. Auch in der Arbeit mit Jugendlichen und Erwachsenen bildet sich eine vertraute Atmosphäre, wenn Hemmungen und Schamgefühle bearbeitet werden und mit dem stimmlichen Ausdruck die eigene Selbstsicherheit wächst. Im Seminar werden einfache musiktherapeutische Interventionen zur Stimmarbeit mit verschiedenen Zielgruppen vermittelt, die im Rahmen der psychotherapeutischen Behandlung eingesetzt werden können.

114 Fortbildungspunkte von der bayer. Psychotherapeutenkammer genehmigt.
Mindeste Teilnehmerzahl 10
Die Seminare können als Einzelseminare, oder – vergünstigt – als Seminarreihe gebucht werden. Anmeldeschluss für die Seminarreihe ist der 1.8.2021 Die Buchungen werden in der Reihenfolge ihres Eintreffens berücksichtigt, wobei Buchungen für die gesamte Seminarreihe Vorrang erhalten.

Buchung der ganzen Seminarreihe
21HF400 · Andreas Wölfl, Gabriele Engert-Timmermann, Dorit Paul,
Silke Siebert, Tonius Timmermann, Hanns-Günter Wolf
Alle Seminare 21HF401 bis 21HF406 · 1620,– €

Buchung der Einzelseminare
21HF401 · Teil 1, Andreas Wölfl · 11.+12.9. · Kursraum 7
Sa 9.30-18.30 · So 9.30-16.00 · 295,– €

21HF402 · Teil 2, Silke Siebert, Andreas Wölfl · 27.+28.11 · Kursraum 7
Sa 9.30-18.30 · So 9.30-16.00 · 295,– €

21HF403 · Teil 3, Hanns-Günter Wolf, Andreas Wölfl · 26.+27.2.22 · Kursraum 7
Sa 9.30-18.30 · So 9.30-16.00 · 295,– €

21HF404 · Teil 4, Silke Siebert, Andreas Wölfl · 30.4.+1.5.22 · Kursraum 7
Sa 9.30-18.30 · So 9.30-16.00 · 295,– €

21HF405 · Teil 5, Gabriele Engert-Timmermann, Tonius Timmermann,
Andreas Wölfl · 9.+10.7.22 · Kursraum 7
Sa 9.30-18.30 · So 9.30-16.00 · 295,– €

21HF406 · Teil 6, Dorit Paul, Andreas Wölfl · 8.+9.10.22 · Kursraum 7
Sa 9.30-18.30 · So 9.30-16.00 · 295,– €

Download Flyer mit Anmeldeformular als pdf
> Seminarreihe: Musiktherapeutische Elemente
im psychotherapeutischen Behandlungsprozess

> zum Seitenanfang

International courses

DrumPower – Violence Prevention
DrumPower – Violence Prevention, Social Integration and Empowerment through music
This advanced qualification for music therapists and teachers will present fundamentals of the DrumPower project – a scientifically developed method for projects with children and youth to prevent violence and promote social inclusion and selfesteem by musical and scenic improvisation. The semi-structured program, called DrumPower, was evaluated in several scientific studies since 2009 and has been revised and differentiated according to the studies’ results. It is fully elaborated for the application in schools of different levels, whereas modified forms for the work with refugees and in clinical contexts are under development.
The different elements of the concept will be explained theoretically and taught practically in exercises. In particular, musical and music therapeutical techniques to promote self-esteem, empathy, social inclusion and constructive conflict solving skills are the core themes of the program.
On this foundation, the projects facilitate to deal – in a creative, musical and improvisatory way – with the issues of aggression and violence, and to develop own concepts of how to manage conflicts and violent situations. The projects end in a workshop performance, giving the participating students an opportunity to present some results of their project work.
The further qualification will provide the structure and working methods of the DrumPower project for the application in different types of schools. By means of self-experience you will be shown how to guide and instruct a project as well as how to present different models of constructive and social-related conflict resolution. Furthermore, you will gain insights into how to deal with lack of motivation and resistance. Finally, we will focus on the transfer and effective implementation of such models in the daily lives of children.

DrumPower – Basic seminary
The basic seminar presents introduces principles of violence prevention through music and the DrumPower project method.Following the structure of the project, the central methodical procedures of drum improvisation, sound perception, voice work and music therapeutic role play are presented and exemplified in exercises. Important aspects for the integration of the project work in the context of the school and for the transfer of the project results are discussed.
Fortbildungspunkte werden bei der bayerischen Psychotherapeutenkammer beantragt. Mindeste Teilnehmerzahl 12

21FF501 · Andreas Wölfl, Henrike Roisch · Kursraum 7 · 450,– €
Wednesday–Sunday · August 4.–8.
We 6.30 pm–9 pm · Th, Fr and Sa each 9 am–6 pm · Su 9 am–2 pm

DrumPower – Advanced seminary – online
The advanced DrumPower qualification following the basic seminar qualifies the participants to plan and implement the project method independently. The training course conveys methodical procedures for the preparation, implementation and transfer of project results. It is designed in the sense of a learning system and requires the participants to actively participate in the learning process, to implement the project method in practice as well as self-organised development, presentation and the written elaboration of individual specialisation topics in small groups.
To make it easier for the participants from countries far away, this international advanced training course is designed as an online seminar over two weekends (4 days). It combines input lectures with discussion groups and practical tasks. A detailed curriculum can be obtained from the office on request.

21HF501 · Andreas Wölfl, Henrike Roisch · online · 550,– €
Saturday/Sunday · October 30./31. ·January 29./30.2022 ·
Sa each 9 am–6 pm · Su each 9 am – 4 pm

> zum Seitenanfang

30. Fachtagung Musiktherapie

Psychotherapeutische Unterversorgung bei Intelligenzminderung oder fehlender Sprache – Musiktherapie als Lösung

Schirmherr: Holger Kiesel, Behinderten-beauftragter der Bayerischen Staatsregierung
Leitung: Dr. Frauke Schwaiblmair
Für Menschen mit Intelligenzminderung ist es besonders schwierig, niedergelassene Psychotherapeut*innen zu finden. Dabei leiden sie deutlich häufiger an psychischen Erkrankungen. Wenn den Menschen dann auch noch die Sprache zur Verständigung fehlt, wird leicht die Psychotherapiefähigkeit in Frage gestellt. Die Tagung soll einen Beitrag leisten, die Notwendigkeit psychotherapeutischer Versorgung für Nichtsprechende oder Menschen mit kognitiven Einschränkungen darzustellen und auf der Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse durch spezifische musiktherapeutische Ansätze Wege zu einem verbesserten Versorgungsangebot aufzeigen.

9 Fortbildungspunkte von der bay. Psychotherapeutenkammer genehmigt.
Online-Teilnahme möglich

Tagungsprogramm

Samstag, 5. März 2022

  • 12.30 – 13.00 Begrüßung und Einführung in das Thema
  • 13.00 – 13.45 Dr. Maria Becker:
    Ist Musiktherapie eine Psychotherapie für Menschen mit Intelligenzminderung?
    anschließend Diskussion
  • 13.45 – 14.30 Brigitte Meier-Sprinz und Dr. Andreas Sprinz:
    Psychische Komorbidität bei schwerer (kinder-)neurologischer Erkrankung: notwendige ambulante psychotherapeutische Behandlung – was wir wissen, wie es gemacht werden könnte und die (harte) Realität.
    anschließend Diskussion
  • 14.30 – 15.15 Pause
  • 15.15 – 15.30 Musik
  • 15.30 – 16.15 Dr. Melanie Voigt und Prof. Dr. Thomas Wosch:
    Befähigung zu nonverbaler Kommunikation durch Empowerment mit direkter und indirekter Musiktherapie
    anschließend Diskussion
  • 16.15 – 17.00 N. N.
    Psychotherapeutische Versorgungslage bei nicht Sprechenden und oder Menschen mit Intelligenzminderung in Bayern
    anschließend Diskussion
  • 17.00 – 17.45 Pause
  • 17.45 – 18.30 Dr. Frauke Schwaiblmair:
    Akzeptanz der Lebenssituation – Begleitung der Angehörigen als notwendiger Baustein
    anschließend Diskussion
  • 18.30 – 19.15 Dr. Corinna Bonaccurso:
    Psychotherapie bei Intelligenzminderung – Musiktherapie im Methodenkanon stationärer psychiatrischer Versorgung
    anschließend Diskussion
  • 19.15 – 19.30 Dr. Frauke Schwaiblmair:
    Zusammenfassung des Tages
  • 19.30 Musik

Sonntag, 6. März 2022

  • 9.00 – 09.15 Musik
  • 9.15 – 10.00 Dr. Silke Reimer:
  • Musiktherapie als adäquates Behandlungsverfahren für Erwachsene mit schwerster Mehrfachbehinderung
    anschließend Diskussion
  • 10.00 – 10.45 Dr. Thomas Bergmann
    Keine Musiktherapie bei Autismus-Spektrum-Störungen?
    Konsequenzen aus den aktuellen AWMF S3-Leitlinien
    anschließend Diskussion
  • 10.45 – 11.30 Pause
  • 11.30 – 12.15 Prof. Dr. Lutz Neugebauer:
    Musiktherapeutische Forschung zur Umsetzung gesundheitspolitischer Ziele
    anschließend Diskussion
  • 12.15 – 13.00 Dr. Frauke Schwaiblmair:
    Zusammenfassung der Tagung, Diskussion und Ausblick
  • 13.00 Musik

Referenten und Themen

Dr. Maria Becker
Dipl.-Psychologin, Dipl.-Musiktherapeutin; Psychol. Psychotherapeutin, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin; Praxis für Psychotherapie und Supervision. Veröffentlichungen und Vorträge u. a. zur Psychotherapie mit behinderten Menschen

Ist Musiktherapie eine Psychotherapie für Menschen mit Intelligenzminderung?
Bei der psychotherapeutischen Unterversorgung als geistig behindert geltender Menschen spielt neben Berührungsängsten auf Seiten der Kolleg*innen eine herausragende Rolle, dass die betroffenen Menschen häufig in ihren Fähigkeiten, sich sprachlich zu äußern, eingeschränkt sind. Gerade in Berücksichtigung von Sprachbarrieren wie auch Berührungsängsten kann »Musiktherapie als eine (Sonder-)Form tiefenpsychologisch fundierter Psychotherapie« eine Lücke schließen. Aufgrund der Möglichkeit von Musik, frühe leibliche Beziehungserfahrungen aufzugreifen und szenisch »zur Debatte zu stellen«, erweist sie sich als ein psychotherapeutisches Angebot, das im System der kassenpsychotherapeutischen Versorgung seinen Platz finden kann. Diese Möglichkeit und Notwendigkeit wie auch die dafür notwendigen methodischen Besonderheiten und Rahmenbedingungen sollen im Vortrag nachvollziehbar skizziert werden.

Brigitte Meier-Sprinz
Diplom-Musikerin, Musiktherapeutin (M. A.) im ZiNK und in eigener Praxis MiA (DMTG). Klinische Erfahrungen in Psychiatrie und Neuropädiatrie, Forschungsprojekte mit schwer neurologisch erkrankten Kindern und Jugendlichen. Klinische Schwerpunkte: u. a. schwerstbehinderte Kinder, Kommunikationsstörungen, Autismus.

Dr. Andreas Sprinz
Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin, Schwerpunkt Neuropädiatrie, Leiter ZiNK, Vorstand Gesellschaft für Neuropädiatrie. Klinische Schwerpunkte: Entwicklungsneurologie, Sozialpädiatrie, Palliativmedizin, Epileptologie, Bewegungsstörungen, Kinderschutzmedizin, Neuropsychologie

Psychische Komorbidität bei schwerer (kinder-)neurologischer Erkrankung: notwendige ambulante psychotherapeutische Behandlung – was wir wissen, wie es gemacht werden könnte und die (harte) Realität
Die hohe Gesamtprävalenz kinderneurologischer Erkrankungen steht massiv im Widerspruch zur Versorgungssituation. Viele Erkrankungen belasten Patienten und Familien psychisch u. a. durch Chronizität und Fatalität, auch psych. Folge- oder Komorbiditäten treten gehäuft auf, v. a. Depression, Anpassungsstörung, posttraumatische Belastungsstörung, andere emotionale und Verhaltensstörungen, Phobien oder dissoziative Störungen. Viele schwerbehinderte Kinder und Jugendliche sind aber sprachlich nicht kommunikativ. Diese Kinder bekommen auch bei großem Bedarf sehr oft keinen PT-Platz – keine barrierefreie Praxisräume, methodische Unsicherheiten usw. Die (psychodyn.) Musiktherapie kann diese Patienten gut erreichen. Da aktuell kein GBA-Richtlinienverfahren, muss auf TP oder VT ausgewichen werden oder die Therapien werden alternativ finanziert. Das minimiert Anbieter und Therapieplätze. Ein eklatanter Mangel an angemessenen Therapiemöglichkeiten besteht für eine nicht so kleine, aber insgesamt sehr benachteiligte Gruppe. Daten zur reg. Versorgungssituation zeigen beispielhaft den Status quo und mögliche Lösungsansätze.

Dr. Melanie Voigt
Ph.D./Univ Texas. Musiktherapeutin DMtG, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin. 1984-2016 Musiktherapie kbo-Kinderzentrum München. Lehrbeauftragte Hochschule für Angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt, Sprecherin SAMT, Secretary General EMTC.

Prof. Dr. Thomas Wosch
Mitglied des Hochschulrats, Musiktherapie FHWS Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt

Befähigung zu nonverbaler Kommunikation durch Empowerment mit direkter und indirekter Musiktherapie
Die Bedeutung kommunikativer und sozialer Kompetenzen für die Prävention psychischer Störungen für Menschen mit angeborenen Entwicklungsstörungen, erworbenen Behinderungen und Demenz ist in der Literatur dokumentiert. Diese Kompetenzen tragen zum Gelingen sozialer Beziehungen über die gesamte Lebensspanne bei.
Positive soziale Beziehungen spielen wiederum eine wichtige Rolle in der erlebten Lebensqualität, sowohl für den betroffenen Menschen als auch für seine Angehörigen und seine Betreuer. Teilweise spielt in diesen therapeutischen Prozessen auch Emotionsregulierung eine Rolle. In unserem Beitrag werden die Möglichkeiten der Musiktherapie als »Empowerment-Faktor« für die Entwicklung, die Befähigung und den Ausbau nonverbaler Kommunikation als hohe Spezifik und Potential der Musiktherapie zur Prävention und Bearbeitung von Verhaltens- und psychischen Symptomen von Menschen mit geistiger Behinderung, mit erworbenen und degenerativen kognitiven Erkrankungen sowie fehlender Sprache verschiedener Altersgruppen vorgestellt und diskutiert. Das bezieht im inklusiven und nachhaltigen Kontext auch die Angehörigen und Betreuer für die Befähigung in nonverbaler Kommunikation ein. Damit wird sowohl die »direkte Musiktherapie« für die Betroffenen als auch die »indirekte Musiktherapie« zur Befähigung ihrer Angehörigen und Betreuer thematisiert.

N.N.
Psychotherapeutische Versorgungslage bei nicht Sprechenden oder Menschen mit Intelligenzminderung in Bayern
Darstellung der aktuellen psychotherapeutischen Versorgungslage bei nicht Sprechenden oder Menschen mit kognitiver Einschränkung unter Berücksichtigung von ambulanten und stationären Behandlungssettings. Ausgehend von der aktuellen Gesetzeslage werden Perspektiven zu einer Verbesserung der Situation beschrieben.

Dr. Frauke Schwaiblmair
Musiktherapeutin (Mag.a), Diplom-Psychologin, Praxis für Musiktherapie und Psychotherapie, Lehrbeauftragte Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Universität Augsburg, Leopold-Mozart-Zentrum. Bezirksrätin, Beauftragte des Bezirks Oberbayern für die Belange von Menschen mit Behinderung.

Akzeptanz der Lebenssituation – Begleitung der Angehörigen als notwendiger Baustein
Die Begleitung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit kognitiven Einschränkungen stellt Angehörige immer wieder vor vielfältige Herausforderungen. Der ursprüngliche Lebensentwurf ist radikal verändert und jede zu treffende Entscheidung im Lebenslauf verdeutlicht diese Situation. Der gesellschaftliche Anspruch von Inklusion steht häufig im Widerspruch zur erlebten Realität der betroffenen Familien. Die Unterstützung und Begleitung der Angehörigen befähigt sie, eine Ausgewogenheit zwischen notwendiger Unterstützung und ausreichend Eigenständigkeit ihrer Angehörigen mit Einschränkungen zu finden, um ein möglichst selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen.

Dr. med. Corinna Bonaccurso
Fachärztin für Neurologie, seit 01/2021 Oberärztin Abteilung für Menschen mit geistiger Behinderung, Autismus und anderen Entwicklungsstörungen im Kbo-IAK-Klinikum München-Ost.

Psychotherapie bei Intelligenzminderung – Musiktherapie im Methodenkanon stationärer psychiatrischer Versorgung
Die psychiatrische Versorgung basiert in ihrer Diagnostik und Therapie auf Kommunikation. Bei Menschen mit Intelligenzminderung kommen herkömmliche Methoden schnell an ihre Grenzen. Klassische Diagnostik-Systeme sind nicht generell auf diese Patienten übertragbar. Um die Ursachen vielfältiger Verhaltensauffälligkeiten festzustellen, müssen Herangehensweisen individuell adaptiert werden. Herausforderungen stellen nicht nur Patienten mit Aphasien oder Dysarthrophonien dar, sondern vor allem Patienten, die im Rahmen ihrer sozio-emotionalen Entwicklung Schwierigkeiten haben, Emotionen als solche wahrzunehmen, zu benennen und für sich selbst einzuordnen. Hier liefert die Musiktherapie dem multiprofessionellen Team in der Akutversorgung auf Station wertvolle Informationen und ermöglicht auch vielfältige therapeutische Ansätze zur optimalen poststationären Weiterbehandlung.

Dr. Silke Reimer
Dipl. Musiktherapeutin DMtG und Dipl. Instrumentalpädagogin, seit 1999 Musiktherapeutin in einem Wohnheim für Menschen mit schwerster Mehrfachbehinderung, 2008-2013 Musiktherapie mit Kindern mit tiefgreifender Entwicklungsstörung. Seit 2008 Dozentin an der UdK Berlin und Mitarbeit an musiktherapeutischen Forschungsprojekten mit den Schwerpunkten »Entwicklungspsychologisch orientierte Musiktherapie« und »Affektregulation«.

Musiktherapie als adäquates Behandlungsverfahren für Erwachsene mit schwerster Mehrfachbehinderung
Menschen mit schwerster Mehrfachbehinderung haben oftmals aufgrund fehlender verbaler Kommunikation Schwierigkeiten, mit anderen Menschen in Kontakt zu treten. Auch Besonderheiten des mimischen und körperlichen Ausdrucks können es Bezugspersonen erschweren, Wünsche und Bedürfnisse zu verstehen. Wie kann Kontakt entstehen, wenn ein Mensch in seiner eigenen Welt verschlossen zu sein scheint? Und wie kann Musiktherapie dazu beitragen, Kontakt zu erleben und Entwicklung zu fördern? Dieser Beitrag stellt eine musiktherapeutische Herangehensweise vor, die sich an Erkenntnissen der Entwicklungspsychologie orientiert. Ausgehend vom jeweiligen sozio-emotionalen Entwicklungsstand zielen die musiktherapeutischen Interventionen auf eine Aktivierung des Körperempfindens, auf die Regulation von Affekten und schließlich das Finden eigener Ausdrucksmöglichkeiten, die in gemeinsame musikalische Aktivitäten münden können.

Dr. Thomas Bergmann
Dipl.-Musiktherapeut, Lehrtherapeut (DMTG), therapeutische Leitung des Berliner Behandlungszentrums für psychische Gesundheit bei Entwicklungsstörungen, Therapie und Beratung in eigener Praxis. Forschungsschwerpunkt: Autismus-Spektrum-Störungen.

Keine Musiktherapie bei Autismus-Spektrum-Störungen?
Konsequenzen aus den aktuellen AWMF S3-Leitlinien
Musiktherapie bei Menschen mit Autismus-Spektrum-Störungen (ASS) ist weit verbreitet und hat eine lange Tradition. Paul Nordoff, Clive Robbinson, Juliette Alvin, Gertrud Orff, Rolando Benenzon, Amelia Oldfield, Karin Schumacher – dies sind alles prägende Namen für verschiedene musiktherapeutische Konzepte welche gleichzeitig eng mit ASS verbunden sind. Auf der anderen Seite stehen die aktuellenAWMF-Negativempfehlungen zur Musiktherapie in der Behandlung autistischer Kernsymptomatik bei Kindern, die Vieles infrage stellen. Die Präsentation führt kurz in das Störungsbild ein, fasst den aktuellen Stand der evidenz-basierten Forschung zur Wirksamkeit von Musiktherapie bei ASS zusammen, interpretiert die AWMF-Negativempfehlungen, zeigt Konsequenzen auf und lädt zur Diskussion ein.

Prof. Dr. Lutz Neugebauer
Studierte am Nordoff/Robbins Centre der City University London Musiktherapie und arbeitete danach am Gemeinschafts-krankenhaus Herdecke in den Bereichen der Kinder- und Jugendpsychiatrie, Neurologie, Neurorehabilitation und Palliativmedizin. 1988 wurde er in die Leitung des Institutes für Musiktherapie der Universität berufen. Gründete 2006 mit Kolleg*innen das Nordoff-Robbins Zentrum Witten, in dem er bis heute tätig ist, Vorsitzender der DMtG.

Musiktherapeutische Forschung zur Umsetzung gesundheitspolitischer Ziele
In der Auseinandersetzung mit der Forschung im Bereich der Musiktherapie steht man vor einer Vielzahl von möglichen Zielsetzungen: die persönliche Entwicklung durch die Bearbeitung einer Forschungsfrage, dem eigenen Erkenntnisgewinn, der Reflexion klinischer Tätigkeit, der Aufdeckung von Grundlagen der Musik als Therapie oder der Darstellung von Zusammenhängen mit anderen Fachdisziplinen.
Einer ganz besonderen Aufgabenstellung steht man gegenüber, wenn man Forschungsarbeiten durchführen will, die einen impact im Sinne der Berufs- oder Gesundheitspolitik haben sollen. Deutlich wird dies an Studien, die Grundlage für die Erwähnung in Leitlinien wurden. Die Anerkennung der Musiktherapie und anderer künstlerischer Therapien wird nach Auffassung des Referenten maßgeblich davon abhängen, ob wir in den jeweiligen Fächern die Anforderungen erfüllen, die das System inzwischen an diese Forschungsarbeiten stellt. Exemplarisch wird im Vortrag anhand einer jüngst veröffentlichten Leitlinie die Ausgangsproblematik, die Aufgabenstellung und Wege zu Lösungen dargestellt.

Die Tagung ist als Präsenzveranstaltung geplant. Es wird aber auch die Möglichkeit geben, online teilzunehmen. Es wird auch im virtuellen Raum viele Interaktionsmöglichkeiten geben: Nach jedem Vortrag ist eine vertiefende Diskussion auch mit den digital Teilnehmenden vorgesehen. Ein persönlicher Zoom-Account ist nicht notwendig. Die Zugangsdaten erhalten Sie nach Anmeldung rechtzeitig vor der Tagung.

Veranstaltungsort
Saal des Freien Musikzentrums, Ismaninger Str. 29, 81675 München
und online via Zoom

Tagungsgebühr
Gebühr Normal (auch für Mitglieder DMtG), online 120,– €
Ermäßigt laut AGB 97,– €

Anmeldung und Anmeldeschluss
Anmeldeschluss ist der 6.2.2022. Bitte melden Sie sich bis zu diesem Termin schriftlich unter Angabe der Kursnummer 21HF100 und mit einer Einzugsermächtigung für den Kursbetrag an. Bitte beachten Sie, dass zu diesem Zeitpunkt die Tagung oft bereits ausgebucht ist. Bei nicht ausreichenden Anmeldungen bis zum Anmeldeschluss behält sich die Tagungsleitung jedoch vor, die Veranstaltung – unter Rückerstattung der bezahlten Gebühr – abzusagen.
Mindeste Teilnehmerzahl 60

Stornierung
Bei Stornierung durch die Teilnehmer*in bis zum Anmeldeschluss wird die Teilnahmegebühr abzüglich 20,– € Bearbeitungsgebühr erstattet.
Bei Stornierung nach dem Anmeldeschluss ist eine Erstattung nicht möglich.

Download als pdf
> Musiktherapie-Tagung 2022 »Psychotherapeutische Unterversorgung bei Intelligenzminderung oder fehlender Sprache – Musiktherapie als Lösung«

> zum Seitenanfang

BWM – Berufsbegleitende Ausbildung Musiktherapie

Ausbildungsbeginn pandemiebedingt verschoben auf Ende März 2022 
Bewerbungsfrist verlängert bis 28.2.2022! 

Leitung: Monika Baumann, Dr. Andreas Wölfl
Ansatz: Musiktherapie als tiefenpsychologisch fundiertes Psychotherapie-Verfahren
Dauer: 3 1/2 Jahre (7 Semester) in Form von Wochenend- und Blockveranstaltungen

Aufnahmevoraussetzungen

  • Hochschulreife (ggf. ist Zulassungsprüfung möglich)
  • geeigneter Vorberuf mit Berufserfahrung
  • Mindestalter 26 Jahre
  • musikalische und persönliche Eignung
    (wird in einem Aufnahmeverfahren geprüft)

Ziel
Über die Integration musiktherapeutischer Arbeitsweisen in den Grundberuf wird eine Befähigung zur selbständigen musiktherapeutischen Tätigkeit vermittelt.

Abschluss
Zertifikat mit detailliertem Fächerspiegel, Praktika, Thema der Abschlussarbeit.

Zertifizierung
Von der Deutschen Musiktherapeutischen Gesellschaft (DMtG) als Voraussetzung zur Zertifizierung »Musiktherapeut/in DMtG« anerkannt. Von der bayerischen Psychotherapeutenkammer als Fortbildung anerkannt (ca. 250 Punkte jährlich).

Aufnahmeprüfung im November 2021/ März 2022

Ausbildungsbeginn: pandemiebedingt verschoben auf Ende März 2022

Bewerbungsfrist verlängert bis 28.2.2022! 

Kosten
250,– € monatlich über 42 Monate. zzgl. der Kosten für Einzel-Lehr-Musiktherapie und
Einzel-Lehr-Supervision in Höhe von ca. 2.200,– € jährlich.
Prüfungsgebühren: Aufnahmeprüfung 95,– €
Zwischen- und Abschlussprüfung je 165,– € (Änderungen vorbehalten).

Dozenten
M. Baumann, M. Berkmann, J. Bosse, G. Engert-Timmermann, Ch. Galle-Hellwig,
S. Grill, S. Haase, S. Hellwig, L. Hunziker-Rutigliano, N. Neumann, Prof. Dr. M. Sack,
D. Schmeer, Dr. S. Schulz, S. Siebert, Prof. Dr. T. Timmermann,
D. Westphäling, Dr. A. Walter, Dr. A. Wölfl, H. G. Wolf und weitere

Auskunft
Dr. Andreas Wölfl , Tel: 089 - 20 20 76 22, awoelfl@freies-musikzentrum.de
Monika Baumann: mbaumann@freies-musikzentrum.de

Ausführlicher Lehrplan und Informationen über Dozenten und Inhalte
der berufsbegleitenden Ausbildung als pdf >> Curriculum

Lassen Sie sich die Broschüre zur
BWM – Berufsbegleitende Ausbildung Musiktherapie zuschicken.
> zum Formular

Broschüre zur Fortbildung

Download als pdf
>> Broschüre zur Fortbildung »Berufsbegleitende Ausbildung Musiktherapie«

> zum Seitenanfang

Musiktherapie

Download als pdf
Alle Kurse Musiktherapie
>> Programm Musiktherapie

Gerne schicken wir Ihnen das Programmheft zu.
>> Programmheft anfordern

Berufsbegleitende
Ausbildung
Musiktherapie

Broschüre zur Fortbildung

Download als pdf
>> Broschüre zur Fortbildung
»Berufsbegleitende
Ausbildung Musiktherapie«

Ausführlicher Lehrplan und Informationen über Dozenten und Inhalte der berufsbegleitenden
Ausbildung als PDF
>> Curriculum

Weiterführender Link
www.musiktherapie.de

Musiktherapietagung

Musiktherapietagung

Download als pdf
>> Musiktherapie-Tagung 2022
»Psychotherapeutische Unterversorgung bei Intelligenzminderung oder fehlender Sprache – Musiktherapie als Lösung«

>> Themen der jährlichen Fachtagungen Musiktherapie seit 1993

Seminarreihe für approbierte Psychotherapeut*nnen

Seminarreihe für approbierte Psychotherapeut*nnen

Download als pdf
> Seminarreihe: Musiktherapeutische Elemente
im psychotherapeutischen Behandlungsprozess

>> Diese Seite drucken